SplinterCellKinectionAlle haben gegen Microsoft gewettert, dass Kinect nichts für Core-Gamer sei, und jetzt bringt Konkurrent Ubisoft mit Splinter Cell Kinection - Deadly Moves endlich Futter für uns Zocker. Auf einem Preview-Event in der Düsseldorfer Deutschlandzentrale hatte ich die Möglichkeit eine frühe Alphaversion des Titels ausgiebig anzutesten. Bringt Kinect den müden Agenten wieder auf Trab?

Die Nacht ist sternenklar. Alle paar Meter beleuchtet eine Laterne die menschenleere Straße. Fast menschenleer, denn ein paar Dutzend Meter voraus befindet sich eine Straßensperre. Dahinter der Eingang zu einem Industriekomplex, den ich infiltrieren soll (zur Story darf ich hier leider nichts schreiben). Sam steht hinter einem Baum. Ich stehe entspannt vor dem Fernseher und bin gespannt, wie sich das Stealth-Action-Game mit Kinect spielt.

Wenn ich meinen Oberkörper nach rechts lehne, dann schaut Sam rechts am Baum vorbei. Die Gegner sind weit genug entfernt, dass ich nicht befürchten muss entdeckt zu werden. Ein paar Meter weiter befindet sich ein geparktes Auto; eine ideale Deckung. Ich gehe in die Hocke und mache einen Schritt nach rechts. Sam geht ebenfalls in die Hocke und läuft in geduckter Haltung zu dem Auto hinüber. Sobald er dort angekommen ist, mache ich wieder einen Schritt in die Mitte und Sam bleibt stehen. Da ich Sam weder vor noch zurück bewegen kann, hat die Steuerung etwas von einem Railshooter.

Bis zur Straßensperre gibt es nun keine Deckung mehr. Aus meiner Position hinter dem Auto beobachte ich die Wachen und warte einen günstigen Moment ab, um bis zum Wachhäuschen zu sprinten. Beide Wachen wenden sich von mir ab. Ich springe auf und sprinte auf der Stelle, damit Sam zum Häuschen hinüber läuft. Dabei muss ich auf zwei Dinge gleichzeitig achten: je höher ich die Knie anziehe, desto schneller sprintet Sam, und je leise ich auftrete, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er entdeckt wird. Wie schon beim genialen Chaos Theory zeigt ein Balken im HUD an, wie laut ich bin. Da das Mikrofon des Kinectsensors recht empfindlich ist, sollte man auf einem Laminat- oder Fliesenboden wohl besser die Schuhe ausziehen und auf Socken spielen.

Nun gilt es die beiden Wachposten geräuschlos auszuschalten. Durch das Drehen der Schulter wähle ich aus, welchem der beiden Wachposten ich mich zuerst zuwende. In geduckter Haltung bewege ich mich aus der Deckung heraus und schleiche auf den Gegner zu. Als ich dicht hinter ihm bin, stehe ich auf, bewege die rechte Hand vor die linke Schulter und ziehe sie dann ruckartig in gerader Linie zur rechten Schulter. Stealthkill. Der Wachposten sackt reglos zusammen und Sam wendet sich automatisch dem zweiten Gegner zu...

Splinter Cell Kinection ist der spannende Versuch ein Core-Game mit Kinectsteuerung umzusetzen. Auf das freie Erkunden muss man dabei zwar verzichten, dafür ist der Gewinn an Atmosphäre durch die realistischen Bewegungen und nicht zuletzt den Einsatz des Mikrofons immens. Die Entwickler gehen sogar soweit, dass sie eine spezielle niederfrequente Infrarotlampe entwickeln lassen, die den Spieler so beleuchten soll, dass er gut von Kinect erkannt werden kann, ohne dass die Atmosphäre durch eine zu starke Beleuchtung leidet. Wenn das nicht innovativ ist! Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall auf das fertige Spiel, das 2012 erscheinen soll.